goteborg.com

Noch ist der Sommer lang genug, um Göteborg einen Sommerurlaubsbesuch abzustatten.

Die offizielle Seite goteborg.com von Göteborgs Turistbyrå ist optisch sehr ansprechend und inhaltlich ergiebig geworden.
Die Infos werden auch regelmäßig aktualisiert.

Ich war dieses Jahr schon dort. Jetzt seid Ihr dran.

Wer die Seite auf Schwedisch liest, lernt sicher wieder ein wenig Sprache dazu. Wer oben im Menü „talande webb“ anschaltet, kann sich die Seite oder Teile sogar vorlesen lassen.
Bis auf wenige Worte, macht dies die Computerstimme ganz gut.

Eva Ekeblad – die Erfinderin des Wodka

Diese Woche feierte Google Eva Ekeblads Geburtstag mit einem Doodle. Leider war dies in Deutschland gar nicht zu sehen, eher in englischsprachigen Ländern und in Russland. Ich habe es eher zufällig entdeckt.

Eva Ekeblad und ihr Mann haben mehrere große Güter besessen. Da ihr Mann oft unterwegs war, hat Eva die Geschäftsführung übernommen, was damals natürlich nicht selbstverständlich war. Sie galt als eine autoritäre Frau, aber auch als eine sehr korrekte und gerechte Frau, die sich immer für die Einhaltung der Gesetze eingesetzt hat.

Eva Ekeblad hatte eine Methode entwickelt, Schnaps aus gestampften Kartoffeln und Gerste zu brennen und wurde hierfür auch in die wissenschaftliche Akademie aufgenommen. Wodka wurde zwar vorher schon in Deutschland aus Kartoffeln gebrannt, aber es hat im Jahr 1748 für die ungewöhnliche Aufnahme einer Frau in die Akademie gesorgt.
Außerdem zeigte sie, wie nützlich Kartoffeln sein können, beim Brot backen, als Stärke oder aber auch als kosmetisches Puder. Viele Entdeckungen haben den Hunger in der Bevölkerung bekämpft, sie hat sich aber auch mit der Herstellung von Seife und dem Bleichen von Baumwolle beschäftigt.

Hätte ich ohne das Doodle von Google nicht gewusst. Wer die Bildchen mag, noch was gelernt, es gibt ein Archiv.

 

 

Systembolaget – inte som andra butiker!

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In Schweden werden ja alkoholische Getränke nur bei „Systembolaget“ verkauft. Im normalen Lebensmittelgeschäft kann man alkoholarmes Bier kaufen. Starkbier, mit mehr als 3,5% Alkohol (!!!), gibt es nur bei Systembolaget. Außerdem verkaufen sie alle mögliche Sorten alkoholhaltiger Getränke. Dort gibt es Wein von allen Kontinenten unserer Erde, sogar aus Deidesheim 😉 , Bier, Champagner, Schnaps, usw. Ein volles Sortiment, wohl alles, was das alkoholisch Herz begehrt.

Allerdings will Systembolaget uns nicht zum Kaufen verführen.
Es gibt nie Sonderangebote oder Treueaktionen. Die Ausweiskontrolle ist rigoros. Es wird gewünscht, dass alle Käufer freiwillig ihren Ausweis zeigen bis sie 25 Jahre alt sind. Nur wer mindestens 20 Jahre alt ist, darf dort einkaufen. Systembolaget will, dass die Alkoholprobleme geringer werden und sie sagen, dass durch diese rigorose Politik ca. 2000 Leben im Jahr gerettet werden konnten.

Auf Systembolaget.se gibt es viel Information rund um ihre Arbeit. Dort kann man beispielsweise nachlesen, warum sie keine Kühltheken haben. Wer kann sich vorstellen, warum das so ist?

Hier hatte ich schon einmal über die nicht so agile Verkaufsstrategie geschrieben. Dort gibt es auch ein frühere Folge der witzig gemachten „Experten“-Videos zu sehen.
Und warum (nach zwei Jahren) schon wieder? Weil ein Mitbringsel aus Schweden in dieser Plastiktüte war und ich den Text interessant fand:

 

Bonus!

In Schweden gibt es einen sehr großen Anteil an Patchworkfamilien. Das erfordert natürlich viel Einfühlungsvermögen von allen Seiten, wenn die neuen Familienkonstellationen zusammenfinden sollen. Außer emotionalen, räumlichen und finanziellen Fragen, die man klären muss, gibt es die große Frage wie die Familienmitglieder benannt werden sollen. Mama, Papa, Tochter und Sohn funktioniert nur für den Kern. Außerdem benennen wir in Schweden ja auch Oma und Opa exakt nach der „Zugehörigkeit“. Mormor ist die Oma mütterlicher Seite. Morfar ist der Opa mütterlicher Seite und das Ganze für die väterliche Seite heißt dann, farmor und farfar. Es gibt also richtig viele Bezeichnungen, die korrekt in den Patchworkfamilien vergeben werden müssen.

Es gibt natürlich den Begriff „Stief-“ aber der ist ja doch eher negativ besetzt. Einen Zeitlang benutzte man den Begriff „plastik-„, weil es ja nicht der echte Vater war sondern ein „künstlicher“, plastpappa bzw. plastmamma.

Jetzt haben die Schweden eine überaus elegante Lösung mit der Einführung des Begriffes „bonus“ gefunden. Die Stiefmutter oder der Stiefvater werden jetzt einfach „bonusmamma, bonuspappa“ genannt. Das funktioniert natürlich genau so gut bei den Großeltern; bonusmormor, bonusmorfar etc.

Eine meiner Kursteilnehmerinnen hat dies ihrer Freundin erzählt, einer werdenden Oma. Die Freundin hat es begeistert ihrem neuen Partner erzählt, dass er ab jetzt Bonusopa genannt werden soll. Der werdende Bonusopa hat sich sehr über eine korrekte Bezeichnung gefreut. Jetzt ist er nicht mehr „der neue Partner der Oma“ sondern einfach ein toller Bonusopa!

Wie viel Freude es doch durch ein neues kleines Wort geben kann.

Halvvättern – nur schön!!!

Es ist jedes mal ein Fest, beim Halvvättern teilzunehmen. Wie beim letztes Mal habe ich jede Minute genossen. Dies haben auch meine Mitstreiter mitgekriegt, weil ich sehr viel und laut gesungen habe, immer breit lächelte und immer wieder versucht habe, mit den anderen Teilnehmern in Kontakt zu treten. Das Letztere ging dieses Mal mäßig gut. Sie waren alle in ihren eigenen „Blasen“ unterwegs….

Diesmal war das Wetter am Start viel besser. Blauer Himmel, mäßiger Wind und ca 17 Grad. Perfekt! Das Wetter wurde dann immer etwas schlechter, um dann im strömenden Regen der letzten 20 Kilometer zu enden. Trotzdem war es schön!
Die Strecke ist wirklich herrlich, besonders wenn wir am Vätternsee direkt entlang fahren und  dann anschließend durch eine Pettson-ähnliche Landschaft zu radeln. Es waren wieder ca. 6000 Teilnehmer und wir sind recht spät gestartet. Also konnten wir immer wieder viele Radler überholen. Das beflügelt. Wir wurden natürlich auch überholt, aber hauptsächlich von ganzen Gruppen, die den Windschattenfaktor (und sicherlich mehr Training) auf ihrer Seite verbuchen konnten.
Die Depots sind immer super organisiert und wir haben uns bei jedem mit (man beachte die bunte Mischung) Kaffee, Salzgurke, Heidelbeersuppe und Hefeteilchen gestärkt. Außerdem konnte man jedesmal seine Trinkflasche mit Sportgetränk, Saft oder Wasser auffüllen. Die technische Hilfe an jedem Depot haben wir nicht benötigt. Den ersten Platten (und die einzige Panne) hatten wir beim Fertigmachen der Räder auf dem Parkplatz. War kurz stressig, weil man seine Startzeit einhalten sollte, aber irgendwie auch der optimale Zeitpunkt für so etwas. Besser als unterwegs.

Wir waren diesmal etwas schneller unterwegs, aber haben noch nicht die Sub-6-Stunden erreicht. Daran könnten wir noch arbeiten. Kürzere oder wenigere Pausen würden unser Ergebnis verbessern…aber mit Pausen ist es einfach viel schöner!!!

Ich bin unendlich dankbar, dass ich zusammen mit Mann und Tochter dieses tolle Erlebnis wiederholen durfte. Das Rennen ist für jeden Hobbyradler wirklich total empfehlenswert. Das Schöne an diesen Veranstaltungen ist, zusammen mit so vielen anderen, sehr unterschiedlichen Menschen, zu einem Ziel unterwegs zu sein. Bitte mehr davon in meinem Leben!